Welche Rolle spielt die Gedächtniskonsolidierung bei einer Amnesie?
Bei der Antwort-Erstellung wurde KI verwendet. Teile des Kapitels aus dem Buch wurden mittels deepL Pro Starter übersetzt. DeepL Write Pro wurde verwendet zur Unterstützung bei Grammatik und Orthografie. ChatGPT-4o wurde verwendet zur Abfrage einer passenden Stuide.
Antwort
Um dieser Frage nachzugehen, braucht es zuerst eine klare Betrachtung der einzelnen Begrifflichkeiten und Konzepte. Als Erstes spielt die Gedächtniskonsolidierung eine wichtige Rolle bei der Überführung von zeitlich fragilen Gedächtnisspuren in ein stabiles Langzeitgedächtnis. Sie ist somit eines der zentralen Konzepte in der Gedächtnispsychologie. Es werden dabei zwei unterschiedliche Vorgänge unterschieden. Zum einen ist da die synaptische Konsolidierung. Sie läuft in kurzer Zeit, im Bereich von Minuten bis Stunden ab und beruht sowohl auf zellulären Vorgängen wie der Stärkung neuronaler Verbindungen und der neuronalen Plastizität und subzellulären Vorgängen wie der Langzeitpotenzierung (LTP). Diese Art von schneller Konsolidierung wird von einigen Autoren als hippocampale Konsolidierung bezeichnet, da diese Prozesse vorrangig im Hippocampus ablaufen. Ihr gegenüber steht die systemische Konsolidierung, ein langsamer Vorgang, der sich über Tage, Monate bis Jahre erstrecken kann. Dabei werden Information aus dem Hippocampus immer stärker in den Neocortex verlagert, wo sie sich verankern und zum Langzeitgedächtnis werden. Diese Erinnerungen werden mit der Zeit auch immer unabhängiger vom Hippocampus und können ohne dessen Beteiligung abgerufen werden (Baddeley et al., 2020).
Als Zweites gilt es die wichtigsten Formen der Amnesie zu betrachten. Amnesien unterscheiden sich in die zeitliche Richtung, in der sie wirken. Die anterograde Amnesie betrifft Erinnerungen, die in der Zukunft abgerufen werden können. Somit liegen Störung bei der Speicherung, Enkodierung oder dem Abruf von Erinnerungen vor, die nach dem die Amnesie auslösenden Ereignis entstanden sind. Als Ursachen für anterograde Amnesie können Schädigungen des Hippocampus, schwere Gehirnverletzungen, entzündliche Erkrankungen des Gehirns oder die Einnahme neurotoxischer Substanzen in Betracht gezogen werden (Baddeley et al., 2020). Die retrograde Amnesie hingegen bezieht sich auf Erinnerungen, die in der Vergangenheit liegen. Dabei gelingt dem Patienten der Abruf von Informationen nicht mehr, die vor dem amnesieauslösenden Ereignis gespeichert wurden. Schädel-Hirn-Traumata, neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Sauerstoffmangel durch einen Schlaganfall sind alles möglich Ursachen, die zu einer retrograden Amnesie führen können. Die Dauer des Gedächtnisverlustes kann dabei einige Minuten bis mehrere Jahre betragen (Baddeley et al., 2020).
Betrachtet man nun die beiden Amnesietypen unter dem Licht der Gedächtniskonsolidierung werden mögliche Vorgänge im Hirn offenbart. Bei der anterograden Amnesie scheint der fehlende Vorgang der synaptischen Konsolidierung offensichtlich. Vergängliche Gedächtnisspuren können auf Grund einer Läsion in den beschrieben Hirnarealen nicht mehr gespeichert werden und zerfallen bereits nach kurzer Zeit. Erinnerungen schaffen den Einzug ins Langzeitgedächtnis nicht mehr, ohne jedoch andere kognitive Funktionen wie zum Beispiel das Arbeitsgedächtnis zu beeinträchtigen (Baddeley et al., 2020). Eine Studie von Wilson und Baddeley (1988; zitiert nach Baddeley et al., 2020, S. 514) beschreibt den Fall von K. mit einer dichten anterograden Amnesie. Er konnte gelernt Inhalte bereits nach einer Stunde nicht mehr wiedergeben. Sein Arbeitsgedächtnis hingegen blieb in vielen Bereich über dem Durchschnitt. Dewar et al. (2010; zitiert nach Baddeley et al., 2020, S. 518) untersuchten, ob es Möglichkeiten gibt die Erinnerungsleistung von amnestischen Patienten zu verbessern. Dafür mussten genannte Probanden sich an eine zuvor gehörte Geschichte erinnern. In einer Bedingung wurden sie nach der Lernphase in einen abgedunkelten, ruhigen Raum gebracht in einer anderen experimentellen Bedingung wurde sie während der gleichen Zeit mit normalen kognitiven Aufgaben beschäftigt. Die Ergebnisse waren eindeutig. In der Ruhebedingung schnitten die amnestischen Patienten praktisch gleich gut wie gesunde Kontrollprobanden ab. Bei der anderen Bedingung konnten sich die Probanden an nichts mehr erinnern. Dies zeigt, dass bei Patienten mit einer Amnesie nach wie vor ein gewisser Grad an Konsolidierung stattfindet, dieser aber äusserst störungsanfällig zu sein scheint. Bei der retrograden Amnesie liegt der Fall nicht so klar, vermutlich weil es auch wesentlich schwerer ist, den Grad dieses Gedächtnisverlustes reliabel zu messen. So gibt es viel weniger Forschung zu diesem Bereich. Eine Erklärung wie sich speziell die systemische Konsolidierung oder deren Fehlen in dieser Art von Amnesie widerspiegelt, ist bereits über 100 Jahre alt und bezieht sich auf das Ribot’sche Gesetz (Ribot, 1882, zitiert nach Baddeley et al., 2020, S. 519). Dieses Gesetz besagt, dass ältere Erinnerungen dauerhafter sind als jüngere. Sprich, bei Erinnerungen, wo die systemische Konsolidierung weiter fortgeschritten ist und somit der Abruf immer weniger stark vom Hippocampus abhängig ist. Die Erinnerungen sind im Neocortex weit verteilt gespeichert und die Wahrscheinlichkeit deren kompletten Zerstörung durch eine Hirnschädigungen viel geringer als bei frischeren Erinnerungen, die noch im zu einem grossen Teil im Hippocampus verankert sind (Baddeley et al., 2020). Eine aktuelle Arbeit von Ketonis et al. (2024) geht mit ihrer Metaanalyse genau dieser Frage nach und sie halten darin fest, dass die systemische Konsolidierung über Jahre und Jahrzehnte andauert und speziell jüngere Erinnerungen besonders anfällig zu sein scheinen. Die Konsolidierung ist aber nur einer der möglichen Gründe und die Autoren empfehlen weitergehende Forschung auf diesem Gebiet, um die genauen Vorgänge besser zu verstehen.
Literaturverzeichnis
Baddeley, A. D., Eysenck, M. W., & Anderson, M. C. (2020). Memory (3. Auflage). Routledge.
Ketonis, P. P., McClelland, T. Q., Parra, D., & Radvansky, G. A. (2024). Human retrograde amnesia and memory consolidation. Psychonomic Bulletin & Review. https://doi.org/10.3758/s13423-024-02567-4
Bewertung
Die Arbeit beantwortet die Fragestellung sehr gut und führt dabei die wichtigsten Begriflichkeiten zielführend ein. Ebenso wird das Konzept der Konsolidierung auf verschiedene Formen und Merkmale der Amnesie angewendet. Dies führt zu einer komplexen Antwort auf eine sehr kopmlexe Frage. Durch einen kurzen Überblick über die Hauptaussagen am Ende des Textes, können Sie dem Leser helfen, das Gelesene einzuordnen.
Um den Lesefluss zu erhöhen, können Sie zudem darauf achten, längere Abschnitte in mehrere Unterabschnitte zu unterteilen. Der dritte Absatz beinhaltet sehr viele Themen und Ideen - idealerweise sollte für jedes Thema/jede Idee ein Absatz erstellt werden.
Note: 5.75