In welchem Verhältnis steht der episodische Puffer zu den anderen Komponenten des modalen Modells?
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Antwort
Der episodische Puffer ist ein Konzept, das mit dem Arbeitsgedächtnis verwandt ist. Um seine Beziehung zum Arbeitsgedächtnis und insbesondere zu den anderen Komponenten des modalen Modells darzustellen, muss zunächst die Entwicklung des Arbeitsgedächtnismodells dargestellt werden.
Zunächst einmal muss das Arbeitsgedächtnis vom Kurzzeitgedächtnis unterschieden werden. Während sich das Kurzzeitgedächtnis ausschliesslich auf die kurzfristige Speicherung von Informationen bezieht, beinhaltet das Arbeitsgedächtnis auch die Verarbeitung dieser Informationen (Baddeley et al., 2020). Wenn wir beispielsweise zwei Zahlen multiplizieren, nutzen wir nicht nur unser Kurzeitgedächtnis, sondern führen auch eine Operation durch, die auf unserem Kurzzeitgedächtnis beruht (Baddeley et al, 2020).
Atkinson und Shiffrin (1968) postulierten, dass das Kurzzeitgedächtnis als temporäres Arbeitsgedächtnis dient. Für ihre Hypothese entwickelten sie ein Modell, das als Modalmodell bezeichnet wird. Ihrer Hypothese zufolge wird der Umwelteintrag zunächst von sensorischen Gedächtnissystemen verarbeitet, d. h. von visuellen, auditiven und haptischen Registern. Anschliessend gelangt er in das Kurzzeitgedächtnis, das auch als temporäres Arbeitsgedächtnis fungiert (Atkinson & Shiffrin, 1968). Das temporäre Arbeitsgedächtnis ist für Kontrollprozesse wie Entscheidungsfindung, Kodierung und Abrufstrategien zuständig. Die hier verarbeiteten Informationen gelangen in das Langzeitgedächtnis, das als permanenter Gedächtnisspeicher dient (Atkinson & Shiffrin, 1968).
Dieses Modell hatte jedoch einige Schwächen. So beschrieben Vallar und Shallice (1990) die Fälle von Patienten, die ein funktionierendes Arbeitsgedächtnis, aber ein Defizit im Kurzzeitgedächtnis hatten. Auf der Grundlage dieses und einiger anderer Beispiele schlugen Baddeley und Hitch (1974) ein System vor, das sie Arbeitsgedächtnis nannten. Der Begriff Arbeitsgedächtnis wurde von Miller, Galanter und Pribram (1960) geprägt, jedoch nicht von ihnen entwickelt. Baddeley und Hitch benutzten ihn zuerst, um ein Gedächtnissystem zu bezeichnen, das komplexe kognitive Aktivitäten verarbeitet.
Auf der Grundlage ihrer Erkenntnisse schlugen Baddeley und Hitch (1974) ein DreiKomponenten-Modell des Gedächtnisses vor, das so genannte Multikomponenten-Modell. Ihr Modell basierte auf zwei Teilsystemen: 1) der phonologischen Schleife und 2) dem visuell-räumlichen Skizzenblock. Während ersteres für die Speicherung von sprachlichen und akustischen Elementen zuständig ist, ist letzteres für die temporäre Speicherung von visuellen und räumlichen Informationen verantwortlich (Baddeley et al, 2020). Diese Teilsysteme werden von der zentralen Exekutive gesteuert, einem System, das entscheidet, auf welche Informationen die Aufmerksamkeit gerichtet wird (Baddeley et al, 2020).
Ein Hauptproblem des Mehrkomponentenmodells war jedoch, dass sie nicht erklärte, wie sie mit dem Langzeitgedächtnis verbunden ist und wie Arbeitsgedächtnis und Langzeitgedächtnis zusammenwirken. Darüber hinaus kamen Baddeley und Andrade (2000) zu dem Schluss, dass Bilder einer vertrauten Szene nicht nur von den visuell-räumlichen und phonologischen Systemen abhängen, sondern auch stark von dem, was im Langzeitgedächtnis gespeichert ist. Infolgedessen fügte Baddeley dem ursprünglichen DreiKomponenten-Modell eine vierte Komponente hinzu, die er als episodischen Puffer bezeichnete (Baddeley, 2000). Der episodische Puffer ist also eine multimodale Speichereinheit, die Informationen aus verschiedenen Quellen (phonologisch, visuellräumlich, semantisch) integriert und sie in kohärente Episoden verbindet. Eine der Hauptfunktionen des episodischen Puffers ist es, Informationen aus dem Langzeitgedächtnis mit aktuellen Gedächtnisinhalten zu verknüpfen (Baddeley et al, 2020).
Der episodische Puffer steht im engen Zusammenhang mit den anderen Komponenten des Arbeitsgedächtnismodells, indem er als Schnittstelle fungiert, die die verschiedenen Modalitäten integriert und die Kommunikation zwischen Arbeits- und Langzeitgedächtnis erleichtert (Baddeley et al, 2020). Er wird von der zentralen Exekutive gesteuert und die zentrale Exekutive entscheidet, welche Informationen integriert und zwischengespeichert werden (Baddeley et al, 2020). Der episodische Puffer agiert also unter der Kontrolle der zentralen Exekutive, aber er fungiert auch als eine Art „Backup”, falls die Exekutive überlastet ist (Baddeley, 2000).
Der episodische Puffer spielt eine entscheidende Rolle bei der Integration von verbalen (phonologischen) und visuellen Informationen (Baddeley et al, 2020). Dies ermöglicht eine kohärente Repräsentation von Erlebnissen, die sowohl auditive als auch visuelle Elemente umfassen (Baddeley et al, 2020).
Der episodische Puffer ermöglicht den Transfer von Informationen zwischen dem Arbeitsgedächtnis und dem Langzeitgedächtnis (Baddeley et al, 2020). Dies ist besonders wichtig für die Konsolidierung von episodischen Erinnerungen, die sowohl auf sensorischen als auch auf semantischen Informationen basieren (Baddeley et al, 2020).
Zusammengefasst agiert der episodische Puffer als Brücke zwischen den verschiedenen modal-spezifischen Komponenten des Arbeitsgedächtnisses und dem Langzeitgedächtnis. Seine Fähigkeit, Informationen zu integrieren und kohärente Episoden zu bilden, ist entscheidend für eine effektive Gedächtnisnutzung und Lernprozesse.
Literaturverzeichnis
Atkinson, R. C., & Shiffrin, R. M. (1968). Human memory: A proposed system and its control processes. In K. W. Spence & J. T. Spence, The psychology of learning and motivation: II. Academic Press. https://doi.org/10.1016/S0079-7421(08)60422-3
Baddeley, A. (2000). The episodic buffer: A new component of working memory? Trends in Cognitive Sciences, 4(11), 417–423. https://doi.org/10.1016/S1364-6613(00)01538-2
Baddeley, A. D., & Andrade, J. (2000). Working memory and the vividness of imagery. Journal of Experimental Psychology: General, 129(1), 126–145. https://doi.org/10.1037/0096-3445.129.1.126
Baddeley, A., Eysenck, M. W., & Anderson, M. C. (2020). Memory (3. Auflage). Routledge.
Baddeley, A.D., & Hitch. G. (1974). Working Memory. In G. Bower (Ed.), The Psychology of Learning and Motivation: Advances in research and theory (Vol.8, pp. 47–89). New York: Academic Press.
Miller, G. A., Galanter, E., & Pribram, K. H. (1960). Plans and the structure of behavior. Henry Holt and Co. https://doi.org/10.1037/10039-000
Vallar, G. & Shallice, T. (1990). Neuropsychological Impairments of short-term memory. Cambridge: Cambridge University Press
Bewertung
Der Text gibt einen guten Überblick über den episodischen Buffer und dessen Beziehung zu den anderen Komponenten im modalen Modell. Die Aussage, “dass das Kurzzeitgedächtnis als temporäres Arbeitsgedächtnis dient” muss mit Vorsicht betrachtet werden, da es sich bei Kurzzeitgedächtnis und Arbeitesgedächtnis um zwei unterschiedliche und voneinander abgegrenzte Konzepte handelt. Aus historischer Perspektive betrachtet wurde das Konzept des Arbeitsgedächtnis erst entwickelt, nachdem das Konzept des Kurzzeitgedächtnis nicht alle empirischen Befunde erklären konnte. Es ist allerdings korrekt, dass Atkinson und Shiffrin dem Modalen Modell Eigenschaften zugeschrieben haben, welche dem Arbeitsgedächtnis zugeordnet werden.
Note: 5.75