Von dem Hintergrund des verteilten Lernens (distributed practice): Wann und wieso ist es sinvoll mehrere kurze Lerneinheiten zu absolvieren? Wann und wieso ist es sinvoll weniger, aber dafür längere Lerneinheiten zu absolvieren?

Kapitel 5
Lernen
verteiltes Lernen

Antwort

Hintergrund und Definitionen der wichtigsten Begriffe:

  1. Distributed practice vs. massed practice: Bei der Methode der verteilten Übung (distributed practice) wird der Lerninhalt in kleinere Portionen unterteilt, die über einen Zeitraum von mehreren Tagen oder Wochen gelernt werden. Im Gegensatz dazu bezieht sich die massenhafte Übung (massed practice) darauf, den gesamten Lernstoff auf einmal zu lernen, bis man ihn beherrscht oder ermüdet ist. Forschungen haben gezeigt, dass das Lernen über verschiedene Sitzungen hinweg effektiver ist als das Lernen in einer Session, da man mehr Informationen behält und das Wissen länger im Gedächtnis bleibt.

  2. Repetition effect: Der Wiederholungseffekt (repetition effect) zeigt, dass das Lernen effizienter ist, wenn der Stoff mehrmals wiederholt wird. Dieser Effekt wird durch den Spacing-Effekt noch verstärkt: Wenn die Wiederholungen in bestimmten zeitlichen Abständen stattfinden, verbessert sich der Lerneffekt erheblich. Kombiniert tragen diese beiden Effekte zu einem besseren und langfristigem Lernerfolg bei.

  3. Non-monotonic Lag effect: Der Lag-Effekt beschreibt die Beziehung zwischen den zeitlichen Abständen des Lernens und dem erzielten Lerneffekt. Dieser Effekt zeigt sich nicht in einer konstanten Weise, da der Lerneffekt nicht kontinuierlich zunimmt oder abnimmt. Zu Beginn verbessert sich der Lernerfolg mit zunehmendem Abstand zwischen den Lerneinheiten. Es gibt jedoch einen Punkt, an dem ein weiteres Verlängern des Abstands zu einem Rückgang des Lernerfolgs führt.

  4. Massed vs. disseminated presentation: Der Lernstoff kann auf zwei unterschiedliche Weisen vermittelt werden: Entweder erfolgt das Lernen in klar abgegrenzten thematischen Blöcken, wobei jeweils nur ein Thema behandelt wird (massenhafte Präsentation), oder der Stoff wird über mehrere Lernsitzungen verteilt und die Themen werden vermischt (verteilte Präsentation). Interessanterweise zeigen aktuelle Studien, dass die vermischte Methode langfristig deutlich bessere Ergebnisse liefert. Dies steht im Gegensatz zu der Vorliebe vieler Menschen, die oft lieber in klar strukturierten Blöcken lernen. Diese Methode vermittelt häufigein falsches Gefühl der Beherrschung des Stoffes, das jedoch nicht mit der tatsächlichen Lernleistung übereinstimmt.

  5. Metamemory: Metamemory bezieht sich auf das Wissen und das Bewusstsein über die eigenen Gedächtnisprozesse. Ein gründliches Verständnis der unterschiedlichen Mechanismen, die das Gedächtnis beeinflussen, hilft Menschen, ihre Ressourcen wie Zeit und Energie effektiver zu nutzen, um neues Wissen oder Fähigkeiten zu erlernen.

  6. Encoding variability hypothesis: Die Hypothese besagt, dass das Lernen effizienter wird, wenn wir den Lernstoff in verschiedenen Kontexten betrachten und in unterschiedlichen Situationen anwenden. Der Spacing- und Lag-Effekt fördern die Lernergebnisse, da längere Intervalle zwischen den Lerneinheiten dazu führen, dass der Stoff in neuen Situationen abgerufen wird. Dies stärkt die Gedächtnisverbindungen und führt zu einem besseren Verständnis sowie einer längeren Behaltensdauer des Gelernten.

  7. Study-phase retrieval hypothesis: Diese Hypothese besagt, dass beim Abrufen einer Information aus dem Gedächtnis auch immer die ursprüngliche Lernsituation in Erinnerung gerufen wird. Dieser Prozess stärkt das Gedächtnis jedes Mal, und zwar umso mehr, je herausfordernder das Abrufen war. Der Spacing-Effekt lässt sich so erklären, dass längere Zeitabstände zwischen den Lerneinheiten den Schwierigkeitsgrad des Abrufs erhöhen, was wiederum zu einer stärkeren Festigung des Gedächtnisses führt.

  8. Gedächtnishypothesen - welche ist die richtige?: Aktuell kann keine endgültige Entscheidung darüber getroffen werden, welche Gedächtnishypothese die richtige ist. Jedoch erhalten die Hypothesen zum Deficient Processing und zur Study-Phase Retrieval stärkere empirische Unterstützung aus klinischen Studien als die Hypothese der Encoding Variability. Ein Beispiel hierfür ist eine Untersuchung von Xue et al. aus dem Jahr 2010, die mithilfe funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) durchgeführt wurde. In dieser Studie wurde analysiert, wie sich die Gehirnreaktionen und Aktivitätsmuster in verschiedenen Regionen während des Lernprozesses verändern. Die Ergebnisse zeigten, dass die Muster beim Abrufen von Informationen den Mustern beim Lernen sehr ähnlich waren, was die Study-Phase Retrieval Hypothese unterstützt.

Antwort auf die Hauptfrage:

Die Antwort auf diese Frage ist ziemlich eindeutig: Die Methode der verteilten Übung (distributed practice) sowie der Spacing-Effekt haben den Vorteil, dass sie den Lernstoff langfristig besser im Gedächtnis verankern. Dennoch gibt es auch einige Nachteile, die ihre Anwendung in bestimmten Situationen einschränken können. Diese Methoden benötigen mehr Zeit, um eine Fähigkeit zu erlernen, da die Lerneinheiten über einen längeren Zeitraum verteilt sind, obwohl die gesamte Lernzeit im Vergleich zu anderen Methoden oft kürzer ist. Das führt dazu, dass der gesamte Lernprozess in der Regel länger dauert. In Fällen, in denen schnelles Lernen erforderlich ist – wie bei engen Fristen im Studium oder Beruf – kann die massenhafte Übung (massed practice) die bessere Wahl sein. Zusätzlich kann massed practice das Selbstwertgefühl und die Motivation kurzfristig steigern, da die Lernergebnisse sofort sichtbar sind und somit positive Rückmeldungen erzeugt werden. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die verteilte Übung ideal ist, wenn genügend Zeit und mentale Kapazität vorhanden sind. Wenn jedoch der Lernstoff schnell erlernt werden muss, kann massed practice die geeignetere Option sein.

Literaturverzeichnis

Xue, G., Dong, Q., Chen, C., Lu, Z., Mumford, J. A., & Poldrack, R. A. (2010). Greater neural pattern similarity across repetitions is associated with better memory. Science, 330(6000), 97–101.

Bewertung

Bewertung durch das Modulteam

Die Struktur des Textes ist nicht zufriedenstellend. Versuchen Sie, die wichtigsten Begriffe und Definitionen in einem Fliesstext zu definieren und sich bei der Beantwortung der Frage auch auf diese Begriffe zu beziehen. So wird in der Antwort auf die Hauptfrage erwähnt, dass es situationsbedingt Nachteile beim verteilten Lernen gibt, ohne dass diese Nachteile explizit erwähnt werden.

Die Antwort auf die Frage ist nicht wissenschaftlich fundiert. Die von Ihnen angeführten Begriffe und Definitionen sind grösstenteils irrelevant für die Fragestellung und finden keinen Eingang in die Beantwortung der Hauptfrage.

Jegliche Aussagen/Definition welche nicht von Ihnen stammen, müssen referenziert werden.

Note: 3.0