Arbeitsgedächtnis
Warum ist dieses Thema spannend?
Das Arbeitsgedächtnis ist für die kurzfristige Speicherung und Manipulation von Information sowie die Koordination komplexer Aufgaben zuständig. Mit der Methode des «Doppelaufgabenansatzes» haben Baddeley & Hitch (1974) eine empirische Grundlage für das Multikomponentenmodell geschaffen. In diesem Kapitel wollen wir uns mit dem methodischen Vorgehen und der daraus resultierenden wissenschaftlichen Erkenntnis auseinandersetzen.
Wie Sie sehen werden, liefert dieser Ansatz eine ausgezeichnete Grundlage für Leistungseinbussen bei konkurrierenden Aufgaben (z.B. Telefonieren während der Bedienung eines Kraftfahrzeugs).
Lernziele
- Sie wissen, was Arbeitgedächtnis ist und wie es sich von Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis unterscheidet.
- Sie kennen das Multikomponentenmodel von Baddeley & Hitch (1974), die methodische Vorgehensweise zu dessen Untersuchung und die empirische Evidenz dafür.
- Sie kennen die zentralen Aspekte alternativer Arbeitsgedächtnistheorien.
Ressourcen
Buchkapitel
- Baddeley, A. (2025). Working memory. In A. Baddeley, M. W. Eysenck, & M. C. Anderson. Memory (4th ed.; pp 101-154). Routledge.
Präsentation
Podcast
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- Arbeitsgedächtnis
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Essayfrage
- Was sind die Hauptunterschiede zwischen Baddeley und Hitch’s Multikomponenten-Modell (multicomponent model) und Cowan’s Zugang der eingebetteten Prozesse (embedded processes approach)? [Musterlösung]
Experimente
Erkenntnisgewinn
- Das Arbeitsgedächtnis ist für die kurzfristige Speicherung und Manipulation von Information sowie die Koordination komplexer Aufgaben zuständig. Im Gegensatz dazu beinhaltet das Konzept des Kurzzeitgedächtnisses ausschliesslich die kurzfristige Speicherung von Information. Wohingegen das Langzeitgedächtnis wiederum für die langfristige Speicherung von Information zuständig ist. Während das Arbeitsgedächtnis primär auf der Grundlage eines phonologischen und visuellen Codes operiert, funktioniert das Langzeitgedächtnis auf der Basis von semantische Repräsentation.
- Das Multikomponentenmodell von Baddeley & Hitch (1974) beinhaltet eine zentrale Exekutive, eine phonologische Schleife, einen visuell-räumlichen Notizblock und einen episodischen Puffer. Evidenz für die Existenz der einzelnen Komponenten wurde mittels Doppelaufgabenansatz zu Tage gefördert. Dabei wurden verschiedene Interferenzaufgaben eingesetzt, um die Struktur und Funktionsweise von Arbeitsgedächtnis zu untersuchen.
- Zentrale Aspekte alternativer Arbeitsgedächtnistheorien sind aktivierte Langzeitgedächtnisrepräsentation in einem kapazitätslimitierten Aufmerksamkeitsfokus (Cowan), Inhibition von potentieller Störinformation (Engle) und die Rolle von Aufmerksamkeitsaufrecherhaltung (Barrouillet und Camos).