Episodisches Gedächtnis

Autor:in

Nicolas Rothen

Warum ist dieses Thema spannend?

Episodisches Gedächtnis bezeichnet die Fähigkeit des «mentalen Zeitreisens». Ohne episodisches Gedächtnis wäre es uns nicht möglich, vergangene Episoden aus unserem Leben abzurufen und erneut zu erleben. Episodisches Gedächtnis beruht grösstenteils auf dem Hippocampus. Ohne Hippocampus können wir keine neuen episodischen Gedächtnisinhalte formen, wie der Fall von H.M. eindrücklich aufzeigt.

Lernziele

  • Sie wissen, was episodisches Gedächtnis ist.
  • Sie wissen, welche Faktoren episodisches Gedächtnis nachhaltig positiv beeinflussen.
  • Sie wissen, was über die neuronalen Grundlagen von episodischem Gedächtnis bekannt ist.

Ressourcen

Buchkapitel

  • Anderson, M. C. (2025). Episodic memory: Organizing and remembering. In A. Baddeley, M. W. Eysenck, & M. C. Anderson. Memory (4th ed.; pp 215-264). Routledge.

Präsentation

Podcast

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Essayfrage

  • In welchem Sinne reflektiert der Einfluss von Organisation auf das Gedächtnis das Konzept der Verarbeitungstiefe (levels of processing)? [Musterlösung]

Experimente

Erkenntnisgewinn

  • Episodisches Gedächtnis bezeichnet die Fähigkeit des «mentalen Zeitreisens», bei welchem spezifische Erlebnisse aus der persönlichen Vergangenheit abgerufen und wiedererlebt werden.
  • Zu den Faktoren, die episodisches Gedächtnis nachhaltig positiv beeinflussen, gehören unter anderen Bedeutung im Sinne von Schemata (Bartlett, 1932), Darstellbarkeit [«imageability»; Paivio (1969)] und Verarbeitungstiefe [«levels of processing»; Craik & Lockhart (1972)], sowie die Übereinstimmung zwischen Lern- («encoding») und Testsituation [«retrieval»; Morris et al. (1977)]. Des Weiteren beeinflusst auch Organisation episodischs Gedächtnis nachhaltig positiv (vgl. auch Expertise).
  • Die Forschung deutet darauf hin, dass der Hippocampus kritisch für das Kodieren von einzigartigen räumlich-zeitlichen Episoden ist (z.B. Integration von multisensorischer Information beim Kodieren, Systemkonsolidierung beim Speichern, Wiederauffinden von Gedächtnisspuren beim Abruf). Umliegende Regionen wie der perirhinale Kortex (Aneignung von semantischem Wissen) und der Parahippocampus unterstützen diesen Prozess mit zusätzlichen Funktionen.

Referenzen

Bartlett, F. C. (1932). Remembering. Cambridge University Press.
Craik, F. I. M., & Lockhart, R. S. (1972). Levels of Processing: A Framework for Memory Research. Journal of Verbal Learning and Verbal Behavior, 11(6), 671–684. https://doi.org/10.1016/S0022-5371(72)80001-X
Morris, C. D., Bransford, J. D., & Franks, J. J. (1977). Levels of Processing versus Transfer Appropriate Processing. Journal of Verbal Learning and Verbal Behavior, 16(5), 519–533. https://doi.org/10.1016/S0022-5371(77)80016-9
Paivio, A. (1969). Mental Imagery in Associative Learning and Memory. Psychological Review, 76(3), 241–263. https://doi.org/10.1037/h0027272